Anpassungsstörungen

Eine Anpassungsstörung ist eine psychische Reaktion auf ein belastendes Lebensereignis oder eine einschneidende Veränderung, bei der es Betroffenen nicht gelingt, das Erlebte mit den vorhandenen Ressourcen ausreichend zu verarbeiten. Auslösende Situationen können sehr unterschiedlich sein: Trennung oder Scheidung, der Verlust eines nahestehenden Menschen, berufliche Veränderungen, chronische Erkrankungen, Konflikte in der Familie oder auch Übergänge wie der Eintritt in den Ruhestand oder der Auszug eines Kindes.

Sich nach solchen Ereignissen belastet zu fühlen ist grundsätzlich normal. Von einer Anpassungsstörung spricht man dann, wenn Reaktionen wie Traurigkeit, Veunsicherung, Ängste, Schlafstörungen oder Reizbarkeit besonders stark ausgeprägt sind, über einen längeren Zeitraum anhalten und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Betroffene fühlen sich häufig dauerhaft überfordert, innerlich angespannt oder emotional blockiert. Auch Grübeln, Hoffnungslosigkeit, Rückzug, Konzentrationsprobleme oder körperliche Beschwerden können hinzukommen.

Oft haben Menschen mit bei einer Anpassungsstörung den Eindruck, in der Belastung festzustecken. Die Gedanken kreisen um das belastende Ereignis, neue Anforderungen können kaum bewältigt werden, und selbst kleine Aufgaben wirken erschöpfend. Häufig besteht die Befürchtung, den eigenen Ansprüchen oder äußeren Erwartungen nicht mehr gerecht zu werden.

Typischerweise beginnen die Beschwerden innerhalb weniger Wochen nach dem auslösenden Ereignis. Ohne Unterstützung kann sich die Anpassungsstörung verfestigen oder in andere psychische Erkrankungen übergehen, etwa in eine Depression oder Angststörung.

In der Behandlung geht es darum, die belastende Situation und ihre Bedeutung für die betroffene Person zu verstehen, emotionale Reaktionen einzuordnen und wieder Zugang zu eigenen Bewältigungsstrategien zu finden und neue Strategien aufzubauen. Dabei steht nicht das Ereignis selbst im Mittelpunkt, sondern der individuelle Umgang damit. Ziel ist es, schrittweise wieder Handlungsspielraum, innere Stabilität und Orientierung im Alltag zu entwickeln.