Essstörungen

Für die meisten Menschen ist Essen mehr als reine Nahrungsaufnahme und für viele ist der Umgang mit dem Thema alles andere als entspannt. Etwa jede sechste Frau und jeder siebte Mann zeigt einzelne Symptome eines gestörten Essverhaltens. Am häufigsten sind dabei stark gezügeltes Essen und Essanfälle. Die Anzahl derer, die sich in ihrem Körper unwohl fühlen, ist noch deutlich höher, und das ganz unabhängig vom Alter.
Bei etwa 5% der Frauen und 1% der Männer sind die Symptome so ausgeprägt, dass die diagnostischen Kriterien einer Essstörung erfüllt sind und eine Behandlung sinnvoll ist.
Magersucht (Anorexia nervosa) ist äußerlich die auffälligste Essstörung und auch die psychische Erkrankung mit der höchsten Sterberate. Gleichzeitig ist es die seltenste Essstörung. In den meisten Fällen sind Essstörungen nicht von außen sichtbar und betreffen Menschen mit einem normalen oder hohen Körpergewicht.

Eine Essstörung kann vorliegen, wenn …

  • … jemand das Essverhalten wird nicht an den Bedürfnissen des Körpers ausrichtet, sondern an selbst auferlegten, oft sehr strengen Regeln.
  • … intensive unangenehme Gefühle oder Stress dazu führen, dass jemand sehr viel oder sehr wenig isst.
  • … Figur und Gewicht einen großen Einfluss auf das Selbstwertgefühl haben.
  • … jemand überzeugt ist, zu dick zu sein, auch wenn das Gewicht im Normalbereich oder darunter liegt.
  • … jemand große Angst vor Gewichtszunahme hat, die auch dann nicht verschwindet, wenn das Gewicht schon sehr niedrig ist.
  • … die Themen Essen, Figur und Gewicht viel Raum im Denken einnehmen.
  • … jemand versucht, eine Gewichtszunahme auf sehr ungesunde Art und Weise zu verhindern, zum Beispiel durch radikale Diäten, Erbrechen, sehr viel Bewegung oder Missbrauch von Medikamenten.

In der Behandlung von Essstörungen verfolgen wir in der Regel die folgenden Ziele:

  • Ausgewogen und regelmäßig essen und die Angst vor bestimmten Lebensmitteln abbauen
  • Essanfälle und gegensteuernde Verhaltensweisen reduzieren
  • Den eigenen Körper akzeptieren lernen mit dem Gewicht, dass sich bei einer ausgewogenen Ernährung einstellt.
  • Den Selbstwert stabilisieren und Äußerlichkeiten weniger Bedeutung beimessen.
  • Probleme bearbeiten, die hinter der Essstörung stehen.

Innerhalb dieses Rahmens wird jede Therapie individuell an die Bedürfnisse der Patient:innen angepasst und ergänzt. Häufige weitere Themen sind Schwierigkeiten im Umgang mit Gefühlen, die Auseinandersetzung mit persönlichen Zielen und Werten, Perfektionismus oder Konflikte in zwischenmenschlichen Beziehungen.